Die Spielformen

Nachdem wir die spieltheoretischen Grundlagen betrachtet haben, wird es hier um die verschiedenen Spielformen und deren Bedeutung in der kindlichen Entwicklung gehen. Diese Kenntnisse sind sehr wichtig, um erzieherisch auf die Spiel- und Entwicklungsbedürfnisse der Kinder eingehen zu können. Sie kommen insbesondere bei der Gestaltung von Spiel anregenden Umgebungen zum Einsatz wenn es beispielsweise darum geht, Spielräume mit Spielmitteln auszustatten und geeignete Spielkonzepte und Angebote zu entwickeln.

Eine Klassifizierung der Spielformen ist insofern problematisch, dass keine eindeutige Zuordnung der Spiele zu einer bestimmten Spielform möglich ist sondern vielmehr nach Intention und Inhalt des Spiels verschiedene Spielformen gewählt werden.

Allerdings bietet diese Klassifizierung den Erzieher_innen  die Möglichlichkeit, einen Überblick der Spielentwicklung des Menschen zu gewinnen und einzuschätzen, welche Spiele zum Entwicklungsstand des Kindes passen, sodass es einen Lerneffekt aus ihnen ziehen kann. (vgl. Renner, 2008, 101)

 

Aufgrund der nicht eindeutigen Klassifizierung der Spielformen, findet man in der Literatur auch verschiedene Ausführungen. Hans Mogel beispielsweise als ein Vertreter der Entwicklungspsychologie unterscheidet in seinem "Eis"-Modell sechs Spielformen in der Entwicklung des Kindes, wie sie in der folgenden Abbildung dargestellt sind. Diese Einteilung basiert auf psychischen Komponenten und Umweltkomponenten, die mit voranschreitender Entwicklung zunehmend integriert werden. So entwickelt sich das kindliche Spiel vom wenig ausdifferenzierten Funktionsspiel bis hin zum hochkomplexen Regelspiel (vgl. Mogel, 2008, 137-139).

 

Hans Mogel führte gemeinsam mit Peter Ohler ein Forschungsprojekt zur Entwicklung der Spielformen durch, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt wurde. Von 1998 bis 2001 wurden die Spielformen in mehreren Studien empirisch erforscht. Das Projekt lieferte beispielsweise Ergebnisse darüber, mit welchem Alter die einzelnen Spielformen gespielt werden (vgl. Mogel & Ohler, Die Entwicklung der Spielformen beim Kind).

"Eis"-Modell (vgl. Mogel, 2008, 137)
"Eis"-Modell (vgl. Mogel, 2008, 137)
Dominanzmuster der Spielformen (vgl. Mogel, 2008, 146)
Dominanzmuster der Spielformen (vgl. Mogel, 2008, 146)

Diese Abbildung zeigt, wie sich die verschiedenen Spielformen auf die verschiedenen Altersabschnitte der Kinder verteilen. Auch hierbei ist die Entwicklung vom Funktionsspiel zum Regelspiel zu erkennen. 

https://images.otto.de/asset/mmo/formatz/hape-kinderspiel-rapido-48-tlg-10440106.jpg

Über das Projekt

Im Bachelor-Studiengang Bildungswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hatte ich im Rahmen der Vorlesung "Allgemeine Pädagogik" von Prof. Marotzki die Möglichkeit, dieses Internetprojekt anzufertigen. Die Fragestellung, wie wichtig Spielen für die Entwicklung und damit für zukünftige Erfolge des Kindes ist, ließ sich sehr gut mit meiner Tätigkeit im Start-Up-Unternehmen meinespielzeugkiste.de verbinden.

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