Lernen im Spiel - Ausgewählte Domänen

Auf den voherigen Seiten stellte sich bereits heraus, wie eng Spielen und Entwicklung verbunden sind und welch große Bedeutung das Spiel deshalb in der pädagogischen Praxis hat. Die folgenden Seiten gehen nun der Frage nach, was Kinder die ersten sieben Lebensjahre im Spiel lernen und wie sich diese erworbenen Fähigkeiten in ganz unterschiedlichen Bereichen auf spätere schulische Lernerfolge auswirken. Dazu wurden die wichtigen Domänen Sozialverhalten, Sprache und Mathematik ausgewählt und zusätzlich das Spielen mit Medien betrachtet, das in den letzten Jahren zunehmend beforscht wurde (vgl. Hauser, 2013, 152).

 

Lernen im Spiel funktioniert nur in Verbindung mit dem bereichsspezifischen Lern- und Entwickungsstand. Kinder müssen demnach zuerst die für ein Spiel erforderlichen Fähigkeiten erwerben um aus dem Spiel ein Lernerfolg zu ziehen. Mit einer leistbaren Herausforderung erfeut sich das Kind am Spiel bis die im Spiel geübten Fähigkeiten ausreichend automatisiert sind. Das Spiel muss also für den Lernstand des Kindes geeignet sein. Bei Unter- beziehungsweise Überforderung findet Spiel nicht wirklich statt (vgl. Pellegrini, 2009).

 

Spielen und Lernen erfolgt in unterschiedlichem Ausmaß. Im Laufe der Kindheit verschiebt sich das spielorientierte Lernen kontinuierlich zu instruktional-zielorientiertem Lernen. Bisher sind sich Wissenschaftler noch uneinig, wie dieser Übergang zu gestalten ist, im Schulsystem gibt es jedoch eine klare Vorgabe dessen: Bis zum Alter von sieben erfolgt hauptsächlich spielorientiertes, danach vermehrt instruktional-zielorientiertes Lernen. Allerdings sind Fördermethoden, die Kindern schon sehr frühzeitig instruktional Schulfähigkeiten lehren, sehr stark verbreitet. In diesem Feld gibt es viele Befürworter aber auch Befunde, die gegen diesen Weg sprechen und den spielerischen Erwerb dieser Fähigkeiten für sinnvoller einschätzen (vgl. Hauser, 2013, 152). 

In der folgenden Video-Sequenz der Sendung Planet Wissen geht es genau um diese Debatte, wieviel instruktional-zielorientierte Förderung für (Klein-)Kinder gut ist.

Ich denke, das Video zeigt ganz deutlich, wie wichtig es den Eltern in unserer heutigen "Leistungsgesellschaft" ist, ihre Kinder frühzeitig instruktional zu fördern und ihnen so einen "Vorsprung" zu verschaffen. Es zeigt aber auch, dass Wissenschaftler davor warnen, das spielorientierte Lernen und damit das Erlernen wichtiger Sozialkompetenzen zu vernachlässigen. Es wird also Aufgabe der Wissenschaft für die kommenden Jahre sein, eine Lösung zu finden, die alle Kompetenzen der Kinder optimal fördert (vgl. Planet Wissen, 2011, 40:36-51:30).

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Über das Projekt

Im Bachelor-Studiengang Bildungswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hatte ich im Rahmen der Vorlesung "Allgemeine Pädagogik" von Prof. Marotzki die Möglichkeit, dieses Internetprojekt anzufertigen. Die Fragestellung, wie wichtig Spielen für die Entwicklung und damit für zukünftige Erfolge des Kindes ist, ließ sich sehr gut mit meiner Tätigkeit im Start-Up-Unternehmen meinespielzeugkiste.de verbinden.

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