Das Spiel als Bildungswert

Friedrich Fröbel (1782-1852) stiftete 1840 den ersten deutschen „Kindergarten“ in der thüringischen Kleinstadt Bad Blankenburg. Somit erkannte er als Erster den immensen Bildungswert des Spiels: „Was der Unterricht, was das Leben, die Erfahrung zeigt und lehrt, muss das Spiel, die sich spiegelnde Freitätigkeit des Innern, des gesammelten Lebens des Zöglings wieder darstellen.“ (Lange, 1862, 465 zitiert nach Zimpel, 2013, 14).

 

Die Psychologin Amrisha Vaish führte eine Studie durch, in der Schauspieler neunzig dreijährigen Kindern verschiedene Handlungen vorspielten. Während manche boshaft eine fremde Zeichnung zerstörten , gab es andere, die sie hilfsbereit wieder zusammenfügten.
Danach begannen die Schauspieler ein Spiel, zu dem jedoch ein wichtiges Teil fehlte, das eines der Kinder besaß. Die Untersuchung der Hilfsbereitschaft der Dreijährigen lieferte folgendes Ergebnis: Den Schauspielern, die zuvor eine zerstörerische Handlung spielten, halfen nur 22 Prozent der Kinder während 61 Prozent den Darstellern von Hilfsbereitschaft halfen. (Vaish et al. (2010))

 

Der Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther (*1951) beschreibt dieses Problem des Selbstbezugs der Erziehung wie folgt: „Unser Gehirn ist ein Sozialorgan – und es wird Zeit, dass wir es auch so behandeln. Das menschliche Gehirn strukturiert sich anhand der im Lauf des Lebens gemachten Erfahrungen. Primär sind immer die Erfahrungen, die wir in der Beziehung zu anderen Menschen machen. Und die entscheidenden Beziehungserfahrungen macht jeder Mensch bereits als kleines Kind in seiner Herkunftsfamilie.“ (Hüther, 2010, 13).

 

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass das "Denken, Fühlen und Handeln der Kinder sowohl von der Qualität der Erziehung als auch insbesondere vom sozialen Klima, in dem sie aufwachsen" abhängt und Kinder beim Spielen durch Beobachtung der Personen in ihrem Umfeld lernen, wie sie sich verhalten sollen (Zimpel, 2013, 19).

 

Aus diesem Aspekt resultieren der internationale Erfolg Fröbels Idee des Kindergartens, der große Bildungswert des Spiels und die hohe Verantwortung der Erziehenden für das kindliche Spiel.

 

In dem folgenden Video wird in einem wissenschaftlichen Versuch von Professor Hannes Rakoczy untersucht, von wem die Kinder sich ihr Verhalten abschauen beziehungsweise wem sie mehr glauben. Es zeigt, dass Kinder nicht wahllos lernen, sondern nur von Personen, die sie für kompetent halten.

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Über das Projekt

Im Bachelor-Studiengang Bildungswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hatte ich im Rahmen der Vorlesung "Allgemeine Pädagogik" von Prof. Marotzki die Möglichkeit, dieses Internetprojekt anzufertigen. Die Fragestellung, wie wichtig Spielen für die Entwicklung und damit für zukünftige Erfolge des Kindes ist, ließ sich sehr gut mit meiner Tätigkeit im Start-Up-Unternehmen meinespielzeugkiste.de verbinden.

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